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Gnaser Gebäude

Die Kirche von Gnas                                                      

Nachdem das Gnaser Gebiet von den Bayern in Besitz genommen wurde (um 850), trieben die beiden Fürsten Priwina und sein Nachfolger Chozil die Christianierung (auch des Gnaser Gebiets) weiter voran. In welchen Zeitabschnitt die Gründung bzw. Errichtung eines Gotteshauses in Gnas fällt, lässt sich leider nicht feststellen, da aus der Zeit zwischen dem 10 und 12 JH sehr wenige Urkunden erhalten sind. In der Urkunde vom 12. Juni 1229, wo auch Gnas erstmals als „Forum Gnaese“ bezeichnet wird, wird auch der erste Priester vorn Gnas erwähnt. Die erste in Gnas errichtete Kirche war eine Tochterkirche von Straden und erscheint auch als solche 1339 urkundlich auf. Gnas wird als Pfarre erstmals am 22. Jänner 1365 genannt. Die erste Kirche in Gnas wurde von Grundherren gestiftet, d.h. sie war eine Eigenkirche.

Im Mittelalter war die Kirche von Gnas eine weitbekannte Mariengnadenstätte und wurde bis ins 18 JH von vielen Wallfahrern besucht.

Der älteste Teil dieser Kirche ist der Altarraum aus dem 12 JH, welcher als Kapelle erbaut worden sein dürfte. 1434 entstand die heutige Pfarrkirche Gnas in ihrer Grundform und bekam ihre jetzige Größe. Der Turm der Kirche bekam 1805 nach einigen Umbauten seine endgültige Form. 1879 wurde die Kirche gänzlich neu gestaltet und von „Maria im Dornbusch“ in „Maria, Königin der Engel“ umbenannt. 1920 wurde das elektrische Licht installiert und die Kirche wiederum von innen restauriert. 1991 erhielt die Gnaser Kirche eine moderne Orgel und 2007 wurde als letztes großes Vorhaben die Neugestaltung der Fenster und der Seitenschiffe in Angriff genommen.

Die Mariensäule

Im Zentrum des Marktes steht die Mariensäule, eine Votivsäule aus dem Jahre 1678. Sie erinnert an die Zeiten der fürchterlichen Heimsuchungen, die Pestjahre, Türken- und Kuruzzeneinfälle. Die Säule besteht aus einem profiliertem Sockel, dem Säulenschaft und der Madonna mit dem Kinde. Sie ist aus Aflenzer Sandstein gehauen. Der rebenumrankte Säulenschaft ist in dieser Form einzigartig in der Steiermark. Das Lilienzepter ist das Symbol der Keuschheit, der Sternenkranz mit den zwölf Sternen hat seine Entsprechung in der geheimen Offenbarung des Hl. Johannes.

Marktbrunnen und Brückenwaage

Der Marktbrunnen wurde auf Initiative und nach einem Entwurf des ehem. Hauptschuldirektors Helmut Pulko 1985 neu gestaltet. Der Trog ist aus Kunststein, das Rohr aus Lärchenholz mit Schmiedeeisernen Beschlägen. Auf dem Rohr steht das geschnitzte Wappentier von Gnas. 1880 wurde auf dem Hauptplatz unter Bürgermeister Haas die Brückenwaage gebaut. 1949 wurde das alte Holzhäuschen abgerissen und ein neues Waaghäuschen gebaut. Heute wird es als solches nicht mehr benutzt, es gehört aber zum liebgewonnenen Ortsbild wie der Marktbrunnen.

Im Zuge der Neugestaltung des Hauptplatzes Gnas im Jahr 2014 wurde die Mariensäule um einige Meter verrückt, um Platz für eine breitere Straße zu schaffen. Ebenfalls wurde der Marktbrunnen restauriert und eine neue Gras- und Brunnenlandschaft am Hauptplatz verwirklicht.

Die Schulen in Gnas

Die erste Schule in Gnas dürfte am Beginn des 16 JH errichtet worden sein. Das erste Schulhaus wurde im Jahr 1745 mit Stroh neu gedeckt und enthielt neben dem ärmlichen Schulzimmer auch die Wohnräume des Schulmeisters und stand am Platz der heutigen Musikschule. Der Holzbau wurde 1790 abgetragen und durch ein großes, einstöckiges Gebäude ersetzt. Im ersten Zeitabschnitt ihres Bestandes wurde die Schule in Gnas zum Großteil nur von den Kindern des Marktes Gnas besucht, sodass sich die Schülerzahl zwischen 20 und 30 bewegte. Der große Brand von 1822 vernichtete auch die Schule, welche nur notdürftig wiederaufgebaut wurde. Erst 1824/25 wurde durch den Magistrat Gnas der Wiederaufbau der Schule bewerkstelligt. Durch die Schulverordnung von Maria Theresia erscheint die Schule Gnas als Trivialschule und sollte als solche die schulpflichtige Jugend der ganzen Pfarre erfassen. Damals besuchten 49 Kinder die Schule.

Einen besonderen Aufschwung nahm die Schule unter dem Schulmeister Vinzenz Hartl. Die Schülerzahl stieg innerhalb von 13 Jahren auf 232 an und im Jahre 1856 besuchten bereits 500 Kinder die Schule in Gnas, 1868 zählte die Schule 700 Schülerinnen und Schüler. Das 1869 erlassene Reichsvolksschulgesetz brachte eine gänzliche Umgestaltung im Schulwesen, d. h. dass der Orts-, Bezirks- und Landesschulrat an die Stelle der kirchlichen Schulaufsicht traten. Damit hatte die Pfarrschule Gnas nach fast 300-jährigem Bestand ihre Tätigkeit beendet.

Bis 1872 war die Schule in Gnas dreiklassig, danach wurde eine vierte Klasse eröffnet. Ein Jahr später wurde in der obersten Klasse die Geschlechtertrennung eingeführt. Die Mädchen verblieben im alten Schulgebäude neben der Kirche. Es gab 799 schulpflichtige Kinder, von denen 760 die Schule besuchten. Die Schule in Gnas war schnell überfüllt, sodass 1887 mit dem Bau des neuen Schulgebäudes begonnen werden konnte. Der Neubau enthielt 7 Klassenzimmer. Die gemischt geführte neue, fünfklassige Volksschule wurde im selben Jahr in eine fünfklassige Knaben- und Mädchenvolksschule geteilt. 1912 wurden die beiden Volksschulen sechsklassig und 1935 wurden die Hauptferien in den Sommer verlegt.

Gegen Ende des 2. Weltkrieges wurde die Knabenschule durch eine Granate beschädigt. In der Zeit danach wurde das Innere des Schulhauses modernisiert, die Fassade renoviert und ein Turnraum gebaut. Im Jahre 1949 erhielt Gnas die Bewilligung zur Errichtung einer Hauptschule. Für Hauptschule und Mädchenvolksschule wurde nun ein neues Schulhaus gebaut.

Da in den Gnaser Schulen erneut erheblicher Platzmangel auftrat, wurde 1967/68 ein neues Schulgebäude westlich vom Friedhof gebaut, in welches auch die Mädchenvolksschule einzog.

Ab dem Schuljahr 1979/80 wurde die Geschlechtertrennung abgeschafft und die beiden Volksschulen in Volksschule I und Volksschule II umbenannt.

Rundgang Hauptplatz Gnas (Gebäude)

Bäckerei/Haus Stangl (Gnas 66)

1907 übernahm Josef Stangl das Anwesen von der Familie Sommer (ehem. Druckerei und Färberei). Zu Kriegsende 1945 brannte das Haus bis auf die Grundmauern nieder. Beim Wiederaufbau des Wohnhauses wurden sogar die Fenster nach dem alten Modell restauriert. An der Straßenseite steht das Geschäftslokal der Bäckerei Stangl, die vom Bäckermeister und ehem. Bürgermeister von Gnas Günther Stangl und Müllermeister Seppi Stangl betrieben wird. Das Haus wird von Günther Stangl bewohnt.
 

Freidinger Haus (Gnas 56)

Das erste Haus der linken Häuserreihe war einst das Kaufhaus Machalitzky, welches 1869 gegründet wurde. Es war damals das größte Kaufhaus im Ort. Der damalige Besitzer Franz Machalitzky hatte das Geschäft von seinen Eltern übernommen. Später heiratete er Zilli Schwarz.

1999 kaufte die Marktgemeinde Gnas das Gebäude und renovierte es. Es wurde versucht, die frühere Bauform zu erhalten.  Im Erdgeschoß betreibt Frau Freidinger seit 2004 ein Spielwarengeschäft. Der 1. und 2. Stock wurden zu Wohnräumen umgebaut.
 

Arras Hau (Gnas 55)

Das Nebenhaus wurde um 1760 gebaut und war bis nach 1900 Eigentum des Schneidermeisters Andreas Walch. In seiner Herrenschneiderwerkstätte hatte er mehrere Gehilfen beschäftigt und im Laden ein großes Stofflager. Herr Walch hatte einen Sohn und mehrere Töchter. Eine dieser Töchter hat sich mit dem Oberlehrer Sepp Thomanitsch verehelicht.

Im Erdgeschoß des Hauses war in den Anfängen der sechziger Jahre der Uhrmacher Rindler mit seiner Werkstätte untergebracht, Anfang der siebziger Jahre arbeitet dort der Stefan Maitz.

Walter Arras, ein Enkel von Thomanitsch, ist heute, gemeinsam mit seiner Frau Brigitte Eigentümer des Hauses. Im Haus befinden sich Aufzeichnungen und Sammlungen des Oberlehrers Thomanitsch.

Die Grundstrukturen der Fenster, das große Eingangstor, die Fensterbänder und das Gesimse blieben auch nach der Restaurierung erhalten. Links oben, beim Beginn der Dachrinne, ist ein Wasserspeier in Form eines Drachens angebracht, welcher eine Klappe enthielt. Diese öffnete sich nur, wenn genug Wasser angesammelt war und der Drache eine große Menge Wasser auf einmal speien konnte.
 

Ehem. Schlecker (Gnas 54)

Rechts neben dem Arras-Haus befand sich die Papierhandlung Url, wo Frau Anna Url als Verkäuferin tätig war. Anfang des 20. Jahrhunderts war eine Tabak-Trafik eingemietet, die von der Familie Hirschmann betrieben wurde. Auch ein Eisgeschäft befand sich in diesem Gebäude.

Mitte der 80er Jahre wurde das Gebäude komplett erneuert und drei Walmgauben (am Dach) eingebaut. Heute prägen die durch fünf Säulen gestützten Arkaden im Erdgeschoss das Erscheinungsbild. Am linken Ende des Erdgeschosses, wo früher die Trafik war, führt nun eine Treppe in den ersten Stock, wo lange eine Pizzeria betrieben wurde. Der restliche Teil wurde von der Handelskette „Schlecker“ benutzt. Nun steht das Gebäude leer.
 

Kaufhaus Werschitz (Gnas 53)

Früher war der Besitzer dieses Hauses der Gerbermeister Hammer. Er war schon ein älterer Mann, betrieb dennoch die Gerberei und war Kirchenpropst. Um 1920 hat August Werschitz Senior das Haus übernommen und ein Bekleidungsgeschäft eröffnet. Das Geschäft wurde umgebaut, die Außenfassade neu gestaltet doch sind die Strukturen der Passage wie vor 100 Jahren. Genauso blieb die Einteilung der oberen Fenster gleich. Der Familienbetrieb Werschitz legt seit eh und je Wert auf Kundennähe und persönliche Beratung.
 

„Kunst & Kost“ (Gnas 52)

Das nächste Gebäude gehörte einem Gastwirt, Lebzelter und Wachszieher namens Civrani. Er erzeugte Kerzen aller Größen doch sein Hauptgeschäft war die Erzeugung von Lebzeltfiguren für besondere Feste (z.B. Kirtagsherzen) und das Brauen von Met aus Honig, auch „Sauschneiderbier“ genannt. Nach seinem Tod wurde das Geschäft von seinem Schwiegersohn eingestellt.

Von den 30iger bis Ender der 60iger Jahre war die Drogerie Prokop eingemietet. Der nächste Mieter war die Firma Elektro Lex aus Graz, danach mietete Elektro Wagner das Geschäftslokal an. Mitte der 80iger Jahre das Schuhhaus Trummer. Heute beherbergt der linke Teil des Hauses noch eine Auslage des Kaufhauses Werschitz. Im rechten Teil des Hauses ist der Bauernladen „Kunst & Kost“ untergebracht. Hier werden Produkte der umliegenden Bauern verkauft.
 

Gnas 51

Im nächsten Gebäude betrieb Anton Rathkolb ein Herrenschneidergeschäft und im ersten Stock soll ein großes Textilienlager gewesen sein. Um 1970 baute die Familie Hermann das Geschäft in eine Schneiderei und Kleiderputzerei um. In den Jahren zuvor war die Familie Blaß mit einem Gemischtwarengeschäft im rechten Teil untergebracht. In der linken Seite war der Schuhmachermeister Maitz eingemietet. Im ersten Stock dieses Hauses befand sich zwischenzeitlich auch der Gendarmerieposten.

Das ehemalige Bürgerhaus wurde stilvoll saniert. Dort wo früher ein großes Eingangstor war, ist jetzt eine Passage die Einblick in das jahrhundertalte Rundgewölbe zeigt. Ein Sonnenstudio, ein Dekorationsgeschäft und ein Textilgeschäft breiten sich heute in diesem Gebäude aus.
 

Sgraffito (am Erhart-Haus Gnas 49)

Das Sgraffito soll in ganz kurzer Form das Wichtigste über die Leiden der Gnaser Bevölkerung in bildlicher Form darstellen. Genauso soll es deren immerwährenden Aufbauwillen anschaulich machen.

Das Bild am Giebeldreieck stellt eine Mutter dar, die einem Kind ein Stück Brot reicht. Sie selber hält einen angeschnittenen Laib Brot in der Hand. Das Symbol des Gedankens ist: „Ohne Mutter und ohne Brot, das wäre des Volkes Tod.“

Das obere erste Drittel des Bildes auf der linken Seiten zeigt einen bogenschießenden Türken zur Erinnerung an die Türken und Kuruzzenzeit. Rechts in einem Ausschnitt der Brand, der 1822 in Gnas wütete. Rechts unten der blaue Wolf, das Wappen von Gnas.

Der mittlere Teil zeigt auf der linken Seite Gräber und Kreuze der Pest bzw. den Totenvogel sowie einen abgestorbenen Baum, Symbole des Todes und der Vernichtung. Man kann daraus erkennen, dass die Gnaser Bevölkerung in den vergangenen Jahrhunderten einschließlich der beiden Weltkriege viele Opfer und Tote zu beklagen hatte. Die rechte Seite zeigt einen braven Bauern, der trotz vieler Rückschläge und Misserfolge immer wieder seine Saat aussät. Ein Ast mit neuem Blättertrieb ragt vom abgestorbenen Baum in die rechte Bildhälfte, die einen Neubeginn symbolisiert. Ein Zeichen dafür, dass aus Tod und Vernichtung immer wieder neues Leben hervorsprießt.

Im letzten Drittel sind ganz besonders der Aufbauwille der Gnaser Bevölkerung nach dem letzten Krieg und das Vorwärtsstreben durch einen Bauarbeiter mit halben und fertigen Bauten dargestellt.
 

Heutiges Gemeindeamt (Gnas 46)

Früher standen dort 3 einzelne Gebäude (Häuser Nr. 46, 47, 48), die sehr belebt waren. In verschiedenen Zeitabständen ließen sich eine Bäckerei, eine Glaserei, ein kleines Gemischtwarengeschäft, ein Hutmachermeister und ein Gasthaus nieder. Auch Wohnungen beherbergten diese Häuser.

Am 8. Februar 1960 wurde der Neubau des heutigen Gebäudes hinter diesen Häusern begonnen. Der Bau dauerte ca. ein halbes Jahr, doch die offizielle Schlüsselübergabe war erst am 29. November 1961. Das Gebäude ist 48 m lang, 11,6 m breit und hat drei Etagen. In dieser Zeit waren im Haus das Postamt, das Gemeindehaus, der Gendarmerieposten, die Raiffeisenkassa, das Heimatmuseum und 13 Wohnungen untergebracht.

Am 12. Jänner 1961 mussten die alten Gebäude dem Neubau des Hauses Nr. 46 weichen und wurden niedergerissen. Dadurch ist der gesamte Marktraum um vieles größer und schöner geworden. Das Haus ist im Jahr 1995 komplett saniert geworden. Auch die Feuerwehrsirene ist am rechten Teil des Gebäudes angebracht.

Die früher untergebrachte Gendarmerie siedelte zuerst in das damals neugebaute Amtshaus (1987) und im Jahr 1999 wanderte sie wiederum ein paar Häuser weiter ins Zentrum, und zwar in das Haus Gnas 17, wo auch der Gnaserhof war.

2014 wanderte auch das Postamt in das Modehaus Roth (gegenüber) ein um Platz für den Zubau unseres heutigen Gemeindeamtes zu schaffen. Demzufolge wurde rasch mit dem Zubau begonnen.

Am Platz des alten Amtshauses stand früher das alte Rathaus mit dem Gemeindearrest. Weiters befand sich dort die Verpflegestation mit der Schlafstelle für reisende Handwerksburschen. Auch ein Sattler und das Museum waren im Haus untergebracht. Ein Elektrogeschäft war nebenan. Beide Häuser wurden 1988 abgetragen.

Das „neue“ Amtshaus wurde 1989 eröffnet. Zwei Säulen und dahinter ein breiter Glasverbau prägen den Eingangsbereich und in der Mitte des Giebels zierte das Wappen der Gemeinde. Heute hat dort der Arzt Dr. Patrick Kurt Krisper seine Ordination niedergelassen. Das Heimatmuseum samt  Archiv befindet sich im Dachgeschoss des Hauses.

Das modernisierte Gemeindeamt mit seinem großen Archiv befindet sich heute im Haus 46.
 

Fürpaß und Poglitsch (Haus 43 und 44)

Im Haus 44 war früher das Geschäft von Hermann Hofmeister beherbergt (um 1900). Er stellte Hüte und Schuhe aller Art her. Im September 1920 erwarb Alois Seicht aus Tieschen das Haus Nr. 44 und errichtete eine Gemischtwarenhandlung. Die Trafik Fürpaß (im Haus 43) besteht bereits seit 1922. Die Gemischtwarenhandlung dürft Herr Fürpaß um 1960 erworben haben.

Das Haus 44 gehört immer noch der Familie Fürpaß. Dieses Haus beherbergt im Erdgeschoss einen großen Einkaufsmarkt (Spar), Inhaber sind Otto und Gerti. Mitte der Neunziger Jahre wurde das Geschäft erheblich vergrößert und in den Jahren ein großer Parkplatz und ein neuer Eingang zugebaut. Neben dem Geschäft Fürpaß ist das Haus der Familie Poglitsch, die im Erdgeschoss eine Trafik mit großem Sortiment führen. Die Familie Poglitsch übernahm vor rund 30 Jahren (ca. 1980) die Tabaktrafik von Frau Maria Fürpaß.

 

Roth Häuser (Nr. 12 und 13)

Man konnte den Bau der Häuser auf Grund der alten Torbögen ca. auf die Zeit um 1760 einschätzen, sie sind also ca. 250 Jahre alt. Seit deren Aufzeichnungen gab es viele Eigentümer. In den Gebäuden befanden sich unzählige Geschäfte, u.a. ein Gemischtwarenhandel sowie ein Friseur und ein Lichtspieltheater. Ab ca. 1930 nahm Viktor Meixner, ehemaliger Bürgermeister von Gnas, die Häuser in seinen Besitz und übergab diese ca. 1945 an seine Tochter Irmgard Meixner-Rauch.

Im Jahre 1960 erwarb Komm.Rat. Hans Roth sen. die beiden Gebäude, welche seither im Familienbesitz sind.

2010 übernahm Sohn Ewald diese Häuser. Zuerst führte er den Umbau des angrenzenden, ehemaligen Supermarktes Gnas 14 a, (welcher seit 1981 bestand) zu einer Wohnanlage durch. Von 2012 bis 2015 wurden alle 3 Häuser, Gnas 12 – 14, umgebaut und generalsaniert, wodurch sich jetzt wunderschöne Altbau-Häuser im Zentrum unseres Marktes befinden. Die Obergeschosse wurden zu Wohnungen umgebaut, im Erdgeschoß befindet sich eine Trafik, geführt von Frau Andrea Roth-Pichler, ein Handyshop, eine Pizzeria sowie das legendäre „Cafe Marktbeisl“.
 

Roth Haus (Nr. 14)

Die Wurzeln dieses alten Gebäudes reichen wie bei den Gebäuden 12 und 13 bis zum Jahre 1760 zurück. Von 1905 bis 1945 betrieben Anton und Juliane Pachler in diesem Gebäude eine Greislerei, welche von 1945 – 1949 von Komm.Rat Hans und Maria Roth gepachtet wurde. 1949 erwarb Komm.Rat Hans Roth dieses Haus, und führte dies mit seiner Frau Maria als Gemischtwarenhandel weiter. 1968 / 1969 wurde das Gebäude abgebrochen und neu errichtet. Anfänglich als Gemischtwarenhandel geführt, befindet sich seit 1981 das Modehaus Roth (Stammhaus), gegründet von Ferdinand und Rosalinde Roth, und nun in nächster Generation von Katrin Roth und Rainer Rauch geleitet, in dem Gebäude.





„Gnaser Hof“ (Gnas 15)

Der „Gnaser Hof“ befindet sich im Haus Nr. 5, ist heute jedoch geschlossen. Früher hatte das Einkehrgasthaus Pichler dort seinen Sitz. Das damalige Gebäude wäre heute aufgrund seines zentralen turmartigen Erkers, der reich gegliederten Fassade und dem prächtigen Blitzableiter ein Baujuwel unseres Ortes. Leider fiel es aber dem Modernisierungswahn der siebziger Jahre zum Opfer. Die Feuerwehrsirene war zu dieser Zeit an diesem Gebäude angebracht. Das Gasthaus Pock, das auch „Gnaser Hof“ genannt wird wurde ausgestattet mit Fremdenzimmern und mit Parkplätzen für die Gäste. Rechts neben dem „Gnaser Hof“ hatte die Sparkasse eine Filiale und links davon ist heute noch der Polizei-Posten.
 

„Gnaser Burg“ (Gnas 18)

Im Jahre 1434 bezogen die Ritter von Grabersdorf das Haus Nr. 13, das heute die Hausnummer 18 hat. Georg Höger erbte dieses Gebäude von den Grabersdorfern. Aufgrund keiner erblichen Nachkommen gelang das Haus immer wieder in anderen Familienbesitz und wurde mit den Jahren zu einem Wohnhaus umfunktioniert. In diesem Zustand übernahm Herr Viktor Meixner den Besitz des Hauses. Zusätzlich errichtete er ein kleines Café mit einem Schanigarten. Nach seinem Tod heiratete seine Frau Herrn Rupert Kirchengast, der Tischlermeister. Im Laufe der Zeit beherbergten eine Praxis, eine öffentliche Sprechstelle, das Postamt, ein Gemischtwarenhandel, ein Frisörbetrieb und ein Farbenfachgeschäft das Gebäude. Heute hat dort die Buchhandlung Praßl ihren Sitz. An der Rückwand  dieser Buchhandlung ist ein Fresko, welches die alte Burg darstellt. Der Erker ist noch in der alten Form gemalt.

Das Haus Nr. 18 dürfte das meist fotografierte Haus von Gnas sein. Aufgrund der beträchtlichen Größe, der Dachgiebelzinnen und seinem Erker wurde das Haus damals im Volksmund „Gnasburg“ genannt. Der Erker in der jetzigen Form dürfte 1894 umgebaut worden sein. Neben den Rundbogeneingang, der heute noch besteht, gelten die Holzverkleidungen bei den Fenstern mit ihren Eselsrücken noch als erwähnenswert. Vor dem Haus sind zwei Pflöcke in den Erdboden gerammt, die wahrscheinlich zum Anbinden der Fuhrwerksgespanne dienten.

Vor langer Zeit kam ein Storchenpaar nach Gnas und ließ sich auf den Dächern nieder, besonders gern auf dem hohen Zinnengiebel der Burg. Der damalige Besitzer, Tischlermeister Rupert Kirchengast, setzte abends auf die höchste Zinne des Daches ein Rad auf, welches anscheinend einen geeigneten Platz für den Nestbau des Storchenpaares schuf. Seither ist das Nest Jahr für Jahr von einem Storchenpaar besetzt.
 

Goldmann-Haus (Gnas 29)

In diesem Hausbefand sich damals ein Schusterbetrieb namens Scheucher. Nach dieser Zeit betrieb die Familie Goldmann hier eine Schneiderwerkstätte. 1959 verkaufte Johann Goldmann sein Geburtshaus an Maria Lindner. Danach kam das Haus in Besitz von Rudolf Sommer. Herr Goldmann erwarb im Jahr 2014 das Haus, renovierte es und der Umbau zu einem Schneidereimuseum ist in Planung.

 

Quellverzeichnis:
750 Jahre Markt Gnas, Ein Heimatbuch
Autor: OSR Helmut Pulko

Pfarrchronik Gnas
Autor: Schmid Josef

Gnas im Wandel der Zeit
Autor: Puntigam Alois

1100 Jahre Gnas
891 - 1991
Autoren: OSR Anna Hösch und OSR Anna Kaufmann


Quelltexte des Heimatmuseums Gnas

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